Ein Abend voller Musik, persönlicher Erinnerungen und großer Anerkennung: Knapp 140 Gäste kamen am Samstag, 24. Oktober, in der Sayner Hütte zusammen, um Peter Siebenmorgen für sein langjähriges kulturelles und ehrenamtliches Engagement zu würdigen.
Mit dem Kulturpreis der Stadt Bendorf wurde ein Mensch ausgezeichnet, der seit mehr als vier Jahrzehnten das Leben in Bendorf und seinen Stadtteilen mitgestaltet: als Journalist, Heimatforscher, Kulturorganisator und engagierter Unterstützer zahlreicher Vereine und Projekte. Unter den Gästen waren auch die rheinland-pfälzische Ministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, der Bundestagsabgeordnete Dr. Thorsten Rudolph und der Landtagsabgeordnete Peter Moskopp.

Den musikalischen Auftakt übernahmen die „Boos Bar Bubscher“ mit „Oh, happy day!“. Danach standen bei der Feier vor allem drei Themen im Mittelpunkt: Ehrenamt, Kultur und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Bürgermeister Christoph Mohr betonte in seiner Begrüßung die Bedeutung von Kultur gerade in Zeiten großer Veränderungen: „Kultur ist das Fundament und das Lebenselixier einer freien und demokratischen Gesellschaft.“ Peter Siebenmorgen stehe für eine lebendige Kultur, die Menschen zusammenbringe und Bendorf präge.
Auch Dr. Thorsten Rudolph hob den Wert von Kultur und Ehrenamt für das gesellschaftliche Miteinander hervor. Sabine Bätzing-Lichtenthäler würdigte Siebenmorgens Engagement für die Heimat. Die Laudatio hielt Dr. Ute Stuhlträger-Fatehpour. Sie beschrieb Siebenmorgen als jemanden, der nicht immer im Rampenlicht stehe, aber vieles möglich mache: „Peter ist einer von den Menschen, die man vielleicht nicht immer vorn auf der Bühne sieht, der aber dafür sorgt, dass die Bühne überhaupt existiert.“
Siebenmorgens ehrenamtlicher Weg begann früh: 1984 wurde er mit 15 Jahren Vorstandsmitglied der Karnevalsgesellschaft 1937 Sayn. Im selben Jahr startete seine journalistische Arbeit. Bis heute berichtet er ehrenamtlich über Vereine und das Leben vor Ort – zunächst für die Bendorfer Zeitung, später unter anderem für die Rhein-Zeitung. Mit seinen Texten und Fotografien hält er fest, was Menschen in der Stadt bewegt und was sonst leicht in Vergessenheit geraten könnte.
Seit 1996 leitet Siebenmorgen die Sayner Heimatfreunde; seit 1998 baut und betreut er das privat geführte Heimatarchiv Sayn. Dazu kommen historische Forschungen, Festschriften, Ausstellungen und Veranstaltungen. Sein Einsatz gilt dabei nicht nur der Bewahrung von Geschichte. Er hilft auch, sie für andere zugänglich und erlebbar zu machen: etwa bei Führungen in der Hein’s Mühle, bei der Literaturbühne Sayn oder mit einem vielfältigen Kulturprogramm an der Mühle.
Ein wichtiger Wegbegleiter auf diesem Gebiet war der Heimatforscher Fritz Bode, den Siebenmorgen in seiner Rede als einen seiner „historischen Ziehväter“ bezeichnete. Bode war selbst mit den anderen „Mühlenmännern“ Träger des Bendorfer Kulturpreises. Die Hein’s Mühle ist für Siebenmorgen längst mehr als ein historisches Gebäude. Sein Engagement hat dazu beigetragen, sie als Ort für Musik, Kunst, Lesungen und Begegnungen weiterzuentwickeln. Auch Benefizveranstaltungen, Familienprojekte und die Bienenwiese Bendorf gehören zu den Vorhaben, die er mit angestoßen und mitgetragen hat. So setzt sein kulturelles Wirken Bendorfs Sehenswürdigkeiten in Szene und macht die Stadt auch über ihre Grenzen hinaus bekannt.

In seiner emotionalen Dankesrede richtete Siebenmorgen den Blick nicht auf eine Aufzählung eigener Leistungen, sondern auf die Menschen, die ihn begleitet und unterstützt haben. „Wenn ich heute hier stehe oder sitze und in diesen Saal schaue, dann sehe ich nicht vierzig Jahre. Ich sehe Menschen“, sagte er. Er dankte seinen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern – ebenso wie den vielen, deren Arbeit bei Veranstaltungen oft im Hintergrund bleibt: den Menschen, die Stühle tragen, Plakate aufhängen, Kuchen backen oder nach einem Abend wieder aufräumen.
Auch seine Eltern hätten ihn geprägt. Von ihnen habe er Werte wie Menschenliebe, Respekt und Gemeinsinn gelernt. Heimat verstehe er nicht als bloße Erinnerung, sondern als etwas Lebendiges und Gemeinsames, um das man sich kümmern müsse. „Ehrenamt besteht nicht aus großen Worten. Ehrenamt besteht aus geschenkten Stunden“, sagte Siebenmorgen.
Nach der Laudatio setzte Christoph Hahn vom Kirmes- und Karnevalsverein Bendorf mit einer musikalischen „Hommage an Sään“ einen persönlichen Akzent. Die „Boos Bar Bubscher“ sorgten weiter für musikalische Highlights, bevor Rathauschef Mohr Peter Siebenmorgen die Urkunde überreichte. Vertreterinnen und Vertreter der Fraktionen sowie zahlreiche Wegbegleiter aus Vereinen und Institutionen gratulierten dem sichtlich gerührten Preisträger.
Der Kulturpreis, den die Stadt Bendorf alle drei Jahre verleiht, ist mit 1.500 Euro dotiert. Er würdigt kulturelle Arbeit, die in Bendorf und darüber hinaus Anerkennung gefunden hat. Neben bildender Kunst, Literatur, Musik und Heimatgeschichte berücksichtigt die Jury auch weitere kulturelle Aktivitäten. Mit Peter Siebenmorgen ging der zwölfte Kulturpreis an einen Engagierten, dessen Wirken viele dieser Bereiche verbindet.
Für Siebenmorgen ist die Auszeichnung zugleich eine Anerkennung der vielen Menschen, die Ideen unterstützt und Projekte gemeinsam möglich gemacht haben. Sein Blick geht dabei nach vorn: „Es gibt noch Ideen. Es gibt noch Projekte. Es gibt noch Geschichten, die erzählt werden wollen.“ Die Feier in der Sayner Hütte zeigte, wie viel aus diesem Zusammenspiel entstehen kann – und wie stark Kultur und Ehrenamt das Leben in Bendorf und seinen Stadtteilen prägen.

