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Die Geschichte Bendorfs

643 wird Bendorf erstmals in einer fränkischen Urkunde unter dem Namen “Bodofrica” und „Bodovilla” erwähnt. Der Ursprung geht jedoch weiter zurück.

Heute noch findet man Überreste aus keltischer, römischer und fränkischer Zeit. Die Landnahme der Franken im hiesigen Raum dürfte bereits Ende des 5. Jahrhunderts beendet gewesen sein. Sie legten ihre Höfe außerhalb der schon bestehenden Siedlung an. Dies dürften in Bendorf der Oberhof und der spätere Laacher Hof, genannt „Niederhof“, gewesen sein. Den Oberhof erwarben im Jahre 1290 die Grafen von Sayn. Der Hof der Abtei Siegburg (1064/65) wurde endgültig 1105 von Kaiser Heinrich IV. der Abtei als Eigentum übergeben. Den ebenfalls entfremdeten Hof der Abtei Laach zu Bendorf überantwortete Kaiser Friedrich Barbarossa 1152 der 1093 gegründeten Abtei.

Die Grafen von Sayn traten 1139 mit Heinrich I. und Eberhard I. in die Geschichte dieses Raumes ein. Sie werden als Vögte des Oberhofes erwähnt.

Die Stammburg der Grafen von Sayn liegt auf dem Kehrberg, dem ursprünglichen Stromberg. Die im Dreißigjährigen Krieg zerstörte Burganlage wurde in vielen Teilen wieder aufgebaut. Graf Heinrich II. vonSayn und sein Bruder Bruno gründeten im Jahre 1202 die Abtei Sayn, fast  zur gleichen Zeit ließen sie die Bendorfer Kirche erbauen. Die heute noch erhaltene einschiffige romanische Abteikirche beherbergt zahlreiche Kunstdenkmäler und Kirchenschätze. Vom Kreuzgang ist ein Flügel mit dem malerischen Brunnenhaus erhalten.

Mit Heinrich IV. von Sayn begann Ende des 16. Jahrhunderts der Kampf um die Eigentumsverhältnisse des Fleckens Bendorf. Nach seinem Tod 1606 erbte die Tochter seines Bruders Hermann die Grafschaft. Sie war mit Graf Wilhelm von Sayn-Wittgenstein verheiratet, der sich ab 1606 Graf zu Sayn-Wittgenstein-Sayn nannte und zur reformierten neuen Lehre gehörte.

Erb-Lehensstreitigkeiten führten zu häufigem Besitzwechsel. So erhob die Abtei Maria Laach Anspruch und nahm 1636 Bendorf in Besitz. Noch im gleichen Jahr stellte Kaiser Friedrich III. die Bendorfer Kirche unter seinen Schutz.

1638 drangen die Truppen des Freiherrn von Metternich in Bendorf ein, verdrängten die Abtei Laach und erklärten zu Unrecht den Ort mit seiner Kirche zum pfälzischen Lehen. In den folgenden sieben Jahren unter der Herrschaft Metternichs hatten die Bewohner Bendorfs sehr zu leiden.

Erst 1647, als nach langen Streitigkeiten die Abtei Maria Laach wieder von Bendorf Besitz ergreifen konnte, besserten sich die Verhältnisse. Im Westfälischen Frieden -1648- wird Bendorf  der Gräfin Luise von Sayn-Wittgenstein-Sayn zugesprochen.

1744 kam Bendorf an das Fürstentum Brandenburg - Onolzbach (Ansbach) und 1791 als Protektorat an Preußen. Hier verblieb es, mit kurzen Unterbrechungen 1803 und 1806, bis es im Wiener Kongress 1815 endgültig Preußen zugesprochen wurde. Fürst Ludwig-Adolf Friedrich zu Sayn-Wittgenstein erwarb das am Fuße des Burgbergs gelegene von Reiffenberg‘sche Burghaus. 1848 entstand hier das neugotische Schloss der Fürsten zu Sayn-Wittgenstein-Sayn, das -nach den großen Beschädigungen im 2. Weltkrieg- von 1995 bis 2000 wieder aufgebaut wurde.

Im 19. Jahrhundert wird Bendorf amtlich Stadt genannt. 1928 erfolgte die Vereinigung der Orte Sayn und Mülhofen mit der Stadt Bendorf.

Im Rahmen der rheinland-pfälzischen Gebietsreform kam 1974 die Unterwesterwaldgemeinde Stromberg als vierter Stadtteil hinzu. Der Stromberg wurde schon 1000-500 vor Chr. von den Kelten bewohnt; das beweist ein keltisches Gräberfeld „Auf der Kehr“.

Die Bendorfer Gemarkung war reich an Erzen, Tonen, quarzhaltigem Sand und Bims. Schon im 18. und 19. Jahrhundert bildeten diese Naturschätze die Grundlagen für eine rasch aufblühende Industrie, die Anschlüsse an Westerwaldbahn (1884) und Rheinhafen (1899) weitgehend in ihrer  Aufwärtsentwicklung begünstigen. Dabei waren die Eisenindustrie und folgerichtig die feuerfeste Steinindustrie vorherrschend. Seit Beginn des 18. Jahrhunderts ist eine Schmelzhütte urkundlich erwähnt. Die 1825-30 errichtete Gießhalle der Saynerhütte ist eines der bedeutendsten technischen Kulturdenkmäler Europas.  Die in der Form eine dreischiffigen Basilika erbaute Hütte zählte neben den Gießereien von Berlin und Gleiwitz zu den drei größten in ganz Preußen.

Bendorf, am Schnittpunkt europäischer Verkehrswege, in reizvoller Landschaft gelegen, die sich vom Rheinufer hinaufzieht zu den waldreichen Höhen des Westerwaldes, bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten, u. a. Sankt Medarduskirche  mit Reichardsmünster und Glockenspiel auf dem  städtische Kirchturm und die Eisenerzröstöfen.

Im Stadtteil Sayn finden wir auf engem Raum eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, die den „Kulturpark Sayn“ ausmachen: Abteikirche, Burg, Schloss, Schlosspark, Schmetterlingsgarten, Sayner Hütte, Kletterwald, Heins Mühle, Limes mit Römerturm. Das moderne städtische Freibad lädt im Sommer zum Schwimmen ein.

Jacoby’sche Anstalt

Die Israelitische Heil- und Pflegeanstalt für Nerven- und Gemütskranke (Jacoby’sche Anstalt), Bendorf-Sayn, Koblenz-Olper-Straße 39, war die einzige private jüdische Einrichtung dieser Art in Deutschland. Sie war auch international wegen ihrer fortschrittlichen Behandlungsmethoden bekannt. Ein Mahnmal von Beni CohenOr (2002) erinnert an die 573 jüdischen Frauen, Männer und Kinder, die 1942 von hier aus in die nationalsozialistischen Vernichtungsanstalten deportiert wurden. Hier erfahren Sie mehr...

Judenfriedhof Bendorf

Der jüdische Friedhof im Wenigerbachtal wird schon 1697 erwähnt. Der 1913 angelegte Aufgang mit breiten Stufen, auf denen sich Mosaiken mit jüdischen Symbolen befinden, ist wohl Arnold Böcklins „Toteninsel“ nachempfunden. Belegungsliste des jüdischen Friedhofs in Bendorf, erstellt von Eric Adler.

Judenfriedhof Sayn

Der Sayner Judenfriedhof am Meisenhofweg wurde um 1800 als private Ruhestätte angelegt. Durch Heirat wurde er Eigentum der Familie Jacoby. Ein großer Teil der hier beigesetzten Personen waren Patienten der Jacoby’schen Anstalt. Allein 1940-1942, als jüdische Patienten nur noch in Sayn aufgenommen werden durften, starben hier 143 Personen. Ein Mahnmal erinnert an die Menschen, die wegen der Not der Zeit keine Grabsteine erhalten konnten. Belegungsliste des jüdischen Friedhofs in Bendorf-Sayn, erstellt von Eric Adler.

Bauen & Wohnen

Wohnen in einer sympathischen Stadt mit zahlreichen Standortvorteilen.

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