Die ersten formalen Hürden für den Zusammenschluss der Servicebetriebe Neuwied und der Stadtwerke Bendorf zum Jahreswechsel wurden bereits genommen. Nun sollen die formalen rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen vorbereitet werden. Dazu werden Workshops durchgeführt, um die Strukturen zu durchleuchten und die weiteren Schritte zu beschließen. Die neuen „sbn – Servicebetriebe Bendorf Neuwied“ werfen bei vielen von Ihnen aber noch Fragen auf. Wir beantworten diese gerne.
Was ändert sich zum 1.1.2027 für mich?
Zunächst einmal: nichts. Der Zusammenschluss ist erstmal rein organisatorisch. Ihre Straße wird weiterhin gereinigt, die öffentlichen Grünflächen und die Spielplätze gepflegt und der Winterdienst funktioniert wie gewohnt. Wenn es Umstellungen gibt, dann werden wir diese nach und nach umsetzen. Gründlichkeit geht bei dem Zusammenschluss vor Schnelligkeit.
Warum schließen sich die beiden Betriebe überhaupt zusammen?
Ganz einfach: Weil es wirtschaftlicher ist und beide Städte davon profitieren. Kleine Bauhöfe können ihre Maschinen oft nicht voll auslasten, das kostet unnötig Geld. Gemeinsam können wir Personal, Fahrzeuge und Geräte effizienter nutzen und müssen auch weniger an Fremdfirmen vergeben. Außerdem wird der Fachkräftemangel immer größer. Zusammen sind wir besser aufgestellt, um auch in Zukunft gute Services anzubieten.
Sollte man nicht erstmal in einzelnen Bereichen kooperieren, anstatt direkt alles zusammenzulegen?
Wir stehen seit vielen Jahren nicht nur im Austausch, sondern arbeiten längst zusammen. Gut und vertrauensvoll. Beispiele? Ein Teil des Bendorfer Wassers kommt bereits aus Neuwied, Bendorfer Spezialfahrzeuge werden in der Neuwieder Kfz-Werkstatt gewartet, neue Technik wird gemeinsam getestet, wir leihen untereinander Ersatzteile aus. Ja, Neuwied und Bendorf gehören zu unterschiedlichen Landkreisen und eine kreisübergreifende Zusammenarbeit wie diese ist ein echtes Novum in der Region. Aber wir setzen nur konsequent um, was in Teilen bereits sehr gut funktionierte.
Werden die Gebühren jetzt steigen?
Nein, nicht wegen des Zusammenschlusses. Bereits im Wirtschaftsplan 2026 der Stadtwerke Bendorf wurden für die Betriebszweige Wasserwerk (-77.600 €) und Abwasserwerk (-61.400 €) geplante Verluste ausgewiesen und in den Beratungen zu der Wirtschaftsplanung wurde thematisiert, dass im nächsten Jahr (2027) Gebührenerhöhungen voraussichtlich unausweichlich sein werden. Die derzeit laufenden Planungen für das Wirtschaftsjahr 2027 bestätigen dies. Langfristig wollen wir durch mehr Effizienz die Gebühren stabiler halten.
Wenn Doppelstrukturen wegfallen, müssten die Gebühren doch sinken?
Das wäre schön, aber so viel Optimismus haben wir nicht: Es gibt zahlreiche Faktoren, die wir gar nicht beeinflussen können. Im Einkauf ist durch die Inflation vieles teurer geworden, der Spritpreis für den Fuhrpark ist stetig gestiegen, usw. Außerdem werden die Strukturen nach und nach verändert. Das kostet Zeit. Keine Gebührenerhöhungen sind dann schon ein Erfolg.
Was passiert mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern?
Alle Stellen bleiben erhalten, niemand verliert seinen Job. Wir suchen jetzt schon Fachkräfte, gesetzliche Anforderungen steigen. Übersetzt: Wir müssen mit der jetzigen Belegschaft künftig mehr Aufgaben meistern.
Also mehr leisten bei gleichem Personal? Wie soll das gehen?
Wir können gemeinsam Urlaubszeiten und Krankenstände flexibler überbrücken, wir sind flexibler in der Gestaltung der Arbeitsverteilung. Wir wollen Zeit, Geld und Ressourcen z.B. auch durch den Einsatz von KI sparen. Beispiel: Systeme, um Papierkörbe nur dann zu leeren, wenn sie wirklich voll sind. In Neuwied ist KI ebenfalls bei der Planung von für die Straßenreinigung.
Wie geht es jetzt weiter?
Nach dem politischen Beschluss Anfang Juni 2026 starten vertiefte Arbeitsgruppen mit Führungskräften und Vorarbeitern beider Betriebe. Der organisatorische Zusammenschluss soll zum 1.1.2027 erfolgen. Danach werden Schritt für Schritt Teamleitungen zusammengeführt, Satzungen angeglichen und Standards vereinheitlicht. Das dauert etwa ein bis zwei Jahre. Bis die Gebühren vereinheitlicht sind, wird es noch viel länger dauern. Wichtig: Wir kommunizieren alle Veränderungen frühzeitig und transparent. Sie werden nichts über Nacht vor vollendete Tatsachen gestellt.
Verliert Bendorf durch den Zusammenschluss an Eigenständigkeit?
Nein. Die neuen Servicebetriebe Bendorf Neuwied entstehen als gemeinsame AöR der Stadtwerke Bendorf und der Servicebetriebe Neuwied. Beide Partner gestalten die neue Organisation gemeinsam und bringen ihre jeweiligen Stärken ein. Es handelt sich um eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – nicht um eine Übernahme.
Bleiben Ansprechpartner vor Ort erhalten?
Ja. Auch nach dem Zusammenschluss bleiben Leistungen und Ansprechpartner vor Ort erhalten. Ziel ist es, die Zusammenarbeit im Hintergrund zu verbessern – nicht die Erreichbarkeit für Bürgerinnen und Bürger einzuschränken.
Wo finde ich weitere Informationen?
Aktuell arbeiten wir an einem gemeinsamen Kommunikationsauftritt. Eine gemeinsame Homepage ist bereits beschlossen, die weiteren Kommunikationswege werden noch abgestimmt.
Mehr zu den Gründen des Zusammenschlusses unter: https://www.sbn-neuwied.de/sbn/Aktuell/Pressemitteilungen/zusammenschluss-sbn/

