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Die Sayner Hütte – beeindruckendes Bauwerk aus frühindustriellen Tagen Gebäude ist Symbol für Industriegeschichte und gewerbliche Zukunft

Die historische Gießhalle gilt als erster Industriebau mit einer tragenden Gusseisenkonstruktion und zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der frühindustriellen Epoche in Deutschland. Die 1828 von Carl Ludwig Althans errichtete Hallenkonstruktion nimmt mit ihrem hohen gestalterischen Anspruch einen herausragenden Platz in der europäischen und weltweiten Architekturgeschichte ein. Sie wurde im Jahr 2010 von der Bundesingenieurkammer als „Historisches Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland“ geehrt.

Im Jahr 2012 wurde die Sayner Hütte vom Land Rheinland-Pfalz in die Vorschlagsliste der UNESCO Welterbestätten aufgenommen. Um das Denkmalareal zu bewahren und als Kulturstätte weiterzuentwickeln, ist vom Land Rheinland-Pfalz, der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, dem Landkreis Mayen-Koblenz, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft am Mittelrhein mbH, der Stadtverwaltung Bendorf und dem Freundeskreis „Sayner Hütte“ ein grundlegendes Sanierungskonzept erstellt worden. Dieses wird vom Land Rheinland-Pfalz umfangreich gefördert. Mit der weiteren Unterstützung durch den Bund, den Landkreis Mayen-Koblenz und die Stadt Bendorf wurde ein umfangreiches Finanzkonzept für die Sanierung aufgestellt.

Seit Oktober 2012 begleitet die STIFTUNG SAYNER HÜTTE die Entwicklung des Industriedenkmals in Bendorf-Sayn. Nach umfassender Gebäudesanierung und Neugestaltung der Außenräume hat die Sayner Hütte – wie kaum ein anderer Ort im Land – die Begabung für einen Zukunftsstandort der Kreativwirtschaft und dem handwerklichen wie künstlerischen Umgang mit dem Thema Metall.

Unter folgenden Links erfahren Sie alles über die Saynerhütte:

www.freundeskreis-saynerhuette.de 

www.saynerhuette.org

Informationen zu Führungen gibt es hier.

Denkmalareal Sayner Hütte - Sachstand und weitere Entwicklung

Bisherige Maßnahmen seit Übernahme durch die Stadt Bendorf

Nach dem Erwerb Gießhalle und der Zusammenführung der Grundstücke des ehemaligen Hüttenareals wurden erste Maßnahmen und Prioritäten festgelegt. Nach den Gutachten der Unternehmensberatung Roland Berger und dem Touristischen Rahmenplan der Stadt Bendorf der Fa. Reppel und Partner aus den 90er Jahren sollte die Sayner Hütte für kulturtouristischen Zwecke genutzt werden.

Ein Finanzierungsgespräch im Jahr 2005 erbrachte ein Budget von 5,5 Mio. €, vorwiegend für Sanierung und Gebäudesicherung.

Als erstes wurden Ordnungsmaßnahmen durchgeführt und nicht denkmalrelevante Gebäude und Aufbauten abgerissen. Dies betraf vor allem die Gebäude auf dem oberen Erzplatz, die als Schlichtwohnungen in den 50er Jahren gebaut wurden und lange als Obdachlosenunterkünfte gedient hatten. Weiter wurde auch die sogenannte Wilkens-Villa seitlich vor der Westfassade der Gießhalle abgerissen.

2006 wurde die bereits baufällige Direktorenvilla (In der Saynerhütte 1) an ein Künstlerehepaar verkauft, welches seither das Gebäude denkmalgerecht saniert hat.

In den Jahren 2007 und 2008 wurde durch das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz ein landesweiter interdisziplinärer Studentenwettbewerb durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in die weiteren Planungen einbezogen. Bei diesem Wettbewerb konnte Prof. Dr. Karl Ganser als Berater der Stadt Bendorf gewonnen werden, der sich im Ruhrgebiet durch zahlreiche Umwandlungen von Industriekomplexen in Kulturstätten einen Namen gemacht hatte.

Im Jahr 2009 wurde das Außengelände zwischen Gießhalle und der Krupp’schen Halle (Hüttenpark) neu gestaltet. Die symmetrisch angelegten Wegeachsen nehmen dabei die barocke Grundstruktur der Anlage wieder auf. Nach dem Grundsatz von Prof. Ganser „Karg und Edel“ wurde mit einfachen Materialien wie Sichtbeton und heimischen Rheinkies gearbeitet.

Die Erneuerung der Saynbachmauer im Winter 2012 war eine wesentliche infrastrukturelle Voraussetzung für die Sanierung der Gießhalle, da die Mängel der alten Mauer die Befahrbarkeit durch großes Baugerät nicht zuließ.

In den Jahren 2010 bis 2011 erhielten das Comptoir und das Gebäude „Sayner Hütte 6“ neue Schieferdächer, um die Gebäude in der Substanz zu erhalten.

Beim Gebäude „Sayner Hütte 6“ zeigten sich allerdings größere Schäden im Mauerwerk, das Haus drohte einzustürzen. Daher musste anders als zunächst geplant hier eine Umfangreiche Mauer- und Gebäudesanierung erfolgen die 2013 mit dem Anstrich des Gebäudes vorerst abgeschlossen werden konnte. Im Inneren der Barockgebäude erfolgte noch kein Ausbau.

Die Gießhalle zeigte, anders als beim Erwerb des Areals vermutet, deutliche Baumängel in der gusseisernen Tragkonstruktion auf. Im Jahr 2007 wurde gutachterlich festgestellt, dass die Halle nicht mehr genutzt werden darf und das Tragwerk unbedingt einer Sanierung bedarf. Er erfolgten Sanierungsplanungen in 3 Bauabschnitte. Diese konnten von 2011 bis 2014 durchgeführt werden. Die Tragwerksanierung konnte mit der Sanierung der gläsernen Westfassade dieser Tage abgeschlossen werden. Nach Abschluss der Sanierung des gusseisernen Tragwerkes der Gießhalle im Jahr 2014, konnte durch Einwerbung von europäischen Fördermitteln (EFRE-Mittel) der Einbau einer inszenierenden Beleuchtung im Jahr 2015 realisiert werden. Danach konnte durch das Bundesförderprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“ der Boden der Gießhalle erneuert werden.

Die denkmalgerechte Sanierung und der Umbau der Krupp‘schen Halle wurde im April 2017 abgeschlossen. Die offizielle Eröffnung fand am 28. April 2017 statt.

Hochofen einschließlich Inszenierung

Im Jahr 2016 fanden vorbereitende Maßnahmen zum Umbau des Hochofengebäudes statt. Hierfür wurde zunächst ein Industrie- und Bauforscher beauftragt, um die Technik- und Baugeschichte der historischen Gießhalle zu erforschen. Es folgten archäologische Grabungen im Hochofengebäude unter Aufsicht der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz. Dabei wurden neue Erkenntnisse zur Technikgeschichte der Hüttenanlage gewonnen. So wurde festgestellt, dass die Sayner Hütte als erste Hütte in Deutschland über einen Hochofen mit Heißlufttechnologie verfügte. Damit war diese damalige Innovation ein wichtiger Schritt der Industriegeschichte.

Die Abbruchplanung des beauftragten Statikers hatte ergeben, dass es sinnvoll ist, Bauteile der Seitenflügel des Hochofengebäudes abzubrechen. Hierzu gehören die in den 1970er Jahren rekonstruierten Mauern der Ostwand im unteren Bereich der Flügel des Hochofengebäudes, die Fachwerkmauern des Obergeschosses (Möllerebene) und die darüber liegenden Dächer. Die Sicherung dieser größtenteils schlechten Bausubstanz ist unwirtschaftlicher und aufwändiger als deren Abbruch und Neuerrichtung. Zunächst wurde im Untergeschoss, südlicher Gebäudeflügel die historische Bruchsteinmauer mit massiver Holzabstützung und Estrichschutzwand für die Arbeiten im rückwärtigen Erdreich geschützt. Hiernach wurde mit sogenanntem Hochdruckinjektionsverfahren (HDI) eine Stützwand zur Stabilisierung des Hangbereiches errichtet. Die Schutzwand und die Holzabstützung schützen die Bausubstanz vor möglichem Erddruck und durch Mauerfugen dringende Suspension (Zement-/Wassergemisch).

Sowohl die Hüttengeschichte, die Produktionsabläufe, aber auch bedeutende Eisenkunstgussprodukte werden seit März 2019 am authentischen Ort präsentiert.

Aufgrund aktueller Erkenntnisse zur Technikgeschichte der Sayner Hütte wird deutlich, dass der Hochofen mit einer damals (1830) überaus innovativen Technik ausgestattet war. Es deutet sich an, dass die Sayner Hütte einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Eisenverhüttungstechnologie geliefert hat. Aufgefundene technische Beschreibungen und Zeichnungen wesentlicher technischer Apparate verdeutlichen, wie die Funktionsabläufe des Hochofens gesteuert wurden. Dies wird nun in einer qualitativ hochwertigen Inszenierung deutlich gemacht.

Dauerausstellung

Die Sayner Hütte ist seit dem 28. April 2017 täglich öffentlich zu besichtigen. Um dem Besucher den geschichtlichen Hintergrund zu vermitteln, gibt es derzeit einen Audio-Guide mit 11 Stationen. Dieses Angebot reichte jedoch nicht aus, um ein Industriedenkmal dem Besucher ausreichend und auf attraktive Weise zu erklären.

Das Konzept des Besucherzentrums (Projekt 2508) sah daher vor, dass eine Dauerausstellung in der Krupp’schen Halle installiert werden soll. Die Gremien der Stiftung und der Freundeskreis Sayner Hütte e.V. haben sich ebenfalls für die Dauerausstellung ausgesprochen. Die Dauerausstellung wurde im Bereich der nördlichen Galerie in der Krupp’schen Halle installiert werden, damit die Multifunktionalität der Halle nicht beeinträchtigt wird.

Die Planung und Umsetzung der Dauerausstellung wurde im März 2019 abgeschlossen.

Wasserrad

Das noch vorhandene Fragment des Wasserrades erscheint im neuen Licht durch die Erkenntnis, dass sein Erbauer Karl Ludwig Althans maßgeblich an der Entwicklung von Wasserturbinen beteiligt war. Das Wasserrad in der Sayner Hütte ist gänzlich aus Metall weist eine Konstruktıon mıt filigranen Speichen auf und ist mit oberschlägigem Wassereinlauf mit einem rückwärts laufenden Wasserrad für die Technikgeschichte von großer Bedeutung.

Dieses noch erhaltene Relikt der historischen Hochofentechnik verdiente besonderes Augenmerk und professionelle Behandlung. Das Fragment des Wasserrades wurde gesichert und konserviert.

 

Derzeit laufende bzw. bevorstehende Maßnahmen

Arkadengebäude

Das Arkadengebäude soll saniert und für eine neue Nutzung vorbereitet werden. Aufgrund des Bauzustandes ist eine umfassende und tiefgreifende Revitalisierung notwendig. Das aus Bruchstein bestehende Gebäude wurde vor dem Bau der Gießhalle im Jahr 1830 errichtet. Das genaue Erbauungsjahr ist unbekannt. Das Gebäude wurde als Tiegelgießerei errichtet. Hier wurde der filigrane Eisenkunstguss hergestellt, der zum Markenzeichen für die Sayner Hütte wurde.

Die Planung der Neunutzung sieht im Erdgeschoss wichtige Infrastruktur für die Nutzbarmachung der Gießhalle vor. So werden Künstlergarderoben, Technikräume, Lager- und WC-Anlagen entstehen. Das Obergeschoss wird barrierefrei ausgebaut. Hier entstehen Ausstellungsräume für bedeutende Sammlungen des europäischen Kunstgusses. Die Arkaden der ehem. Tiegelgießerei bleiben zunächst ohne feste Nutzung. Die Planungen für das Gebäude liegen bis zur Leistungsphase 4 HOAI vor. Die Baugenehmigung wurde bereits erteilt. Derzeit erfolgt die baufachliche Prüfung durch das Amt für Bundesbau. Da bestimmte Bereiche des Gebäudes mit Förderung des Landes (Städtebaufördermittel – Programm historische Stadt) und des Bundes (Nationale Projekte des Städtebaus) finanziert werden, wurde eine klare Abgrenzung der Kostengruppen/Gewerke notwendig.

Comptoir

Das Comptoir ist das einzig erhaltene Gebäude aus der Gründungszeit der Sayner Hütte. Es stammt aus dem Jahr 1769. Der damalige Verwaltungssitz hatte schon damals eine städtebaulich exponierte Lage. Die Hüttenanlage war symmetrisch angelegt und stellt das Comptoir in den Mittelpunkt der Hüttenanlage. Mit der Neuordnung des Denkmalareals Sayner Hütte, wurde die Symmetrie der Hüttenanlage wieder aufgegriffen. Das Comptoir nimmt wieder die städtebaulich exponierte Stellung des Gebäudeensembles ein. Bereits im Jahr 2010/2011 wurde mit Mitteln der Denkmalpflege des Landes Rheinland-Pfalz und des Bundes das Schieferdach des Gebäudes erneuert, um es vor dem Verfall zu schützen.

Zukünftig soll das Gebäude wichtige zentrale Funktionen auf dem Denkmalareal Sayner Hütte erhalten. So soll dort die Stiftungsverwaltung, die Museumsverwaltung, Personalräume, Sitzungsräume und eine öffentlich Toilettenanlage untergebracht werden, die dann auch dem Nachbargebäude Sayner Hütte 6 als notwendige Infrastruktur zur Verfügung steht.

Hangsicherung und Erschließung oberer Erzplatz

Die Hangsicherung ist eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt der bedeutenden Denkmäler Hochofengebäude, Gießhalle und Arkadengebäude. Nach geologischen Untersuchungen ist der Hangbereich vom Hochofengebäude bis über die angrenzende Landesstraße 306 instabil. Ein Indikator hierfür war ein massiver Hangrutsch bei den angrenzenden Straßenbauarbeiten an der L 306. Die Maßnahmen zur Hangsicherung (Hochdruckinjektionsverfahren) wurden bereits durchgeführt.

Im weiteren Verlauf der Maßnahmen werden die historischen Bruchsteintrockenmauern saniert werden. Diese Mauern bilden die Abstützung für die historische Transportebene, auf der der Erztransport mit Pferdekarren bis zur Möllerbrücke erfolgte. Die Transportebene soll als barrierefreier Fußweg wieder hergestellt werden. Von dort führt der Weg über die noch zu errichtende Möllerbrücke in das Hochofengebäude zur sogenannten Möllerebene, dem höchsten Stockwerk des Hochofengebäudes. Diese Wegeführung dient der Vermittlung des Industriedenkmals für die Besucher. Der Besucherrundgang folgt dem Weg der Rohstoffe zur Inszenierung der Verhüttung im Hochofen. Gleichzeitig ist dieser Weg mit der Möllerbrücke der baurechtlich notwendige Fluchtweg aus der Möllerebene des Hochofengebäudes.

Die Maßnahme soll im Jahr 2019 abgeschlossen werden.

Erschließungsbauwerk Möllerbrücke

Die Möllerbrücke ist ein Bestandteil der Erschließung des Hochofengebäudes. Historisch war die Möllerbrücke ein massives und groß dimensioniertes Bauteil, dass der Rohstoffversorgung der Sayner Hütte diente. Die Größe des Bauteils resultierte aus der Befahrbarkeit für Pferdefuhrwerke. Die Rohstoffmengen waren zu der damaligen Zeit sehr beachtlich und aus historischen Quellen mit 30 Fuhren pro Tag angegeben. In Abstimmung mit der Landesdenkmalpflege Rheinland-Pfalz soll die Möllerbrücke, die bereits seit Jahrzehnten nicht mehr vorhanden ist, nicht rekonstruiert werden. Stattdessen soll eine architektonische Neuinterpretation erfolgen. Auch die Größe der Anlage ist nicht mit dem historischen Vorgängerbauwerk identisch. Hier ist eine für Fußgänger adäquate Breite vorgesehen. Die Möllerbrücke soll als einfache Trägerkonstruktion aus verzinktem Stahl hergestellt werden.

Panoramaseite der Rhein-Zeitung

Einen guten Überblick über die Maßnahmen zur Sanierung der Sayner Hütte mit einem Video vom Denkmalareal bietet ein Artikel der Rhein-Zeitung vom 05.01.2019:

https://www.rhein-zeitung.de/region/lokales/koblenz_artikel,-millionenprojekt-sayner-huette-alte-industrieanlage-wird-aufwendig-saniert-ein-ueberblick-mit-video-_arid,1918364.html

Entstehung Dauerausstellung und Inszenierung Hochofen

Video der Agentur Jangled Nerves zur Entstehung der Dauerausstellung in der Krupp'schen Halle und der Inszenierung des Hochofengebäudes:

 

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