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Aktuelles

Botschaft des Bürgermeisters zur Corona-Lage24.03.2020

Michael Kessler wendet sich an die Bürgerinnen und Bürger

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

so etwas wie diese Zeiten haben die meisten von uns noch nicht erlebt. Lediglich die ganz Alten von uns können über den Zweiten Weltkrieg, der vor 75 Jahren zu Ende ging, berichten und über die Einschränkungen und den Mangel vor Kriegsende und unmittelbar danach.

Das Corona–Virus ist kein netter Husten, sondern eine tödliche Herausforderung für uns alle. Es hilft nichts, den Kopf in den Sand zu stecken, um möglichst nichts von der Bedrohung mitzubekommen. Es hilft aber auch nichts, den ganzen Tag auf ein Smartphone zu schauen und sich für nichts anderes zu interessieren, als für die neuesten schlimmen Nachrichten. Auch in dieser schwierigen Lage gilt für uns alle: Maß und Mitte halten. Und die Nerven behalten.

Ich danke Ihnen allen für überlegtes und engagiertes Handeln. Besonders danke den unmittelbar am Menschen Tätigen, z.B. den Ärzten, Pflegern, Krankenschwestern, Sanitätern, unseren Feuerwehrleuten. Sie setzten sich gesundheitlichen Gefahren aus, um andere Menschen zu retten. Das ist vorbildlich. Dazu gehören beispielsweise auch die Kassiererinnen in den Lebensmittelgeschäften. Immer wieder habe ich in den vergangenen Tagen festgestellt, wie sorg- und gedankenlos Mitbürger in der Kassenschlange und an den Lebensmittelkassen den Sicherheitsabstand von 2 Metern unterlaufen.

Jeder von uns muss Verantwortung übernehmen und die damit verbundenen Einschränkungen annehmen. Darum bitte ich Sie herzlich – in Ihrem eigenen Interesse, in Verantwortung für Ihre Familienangehörigen, für Ihre Nachbarn und Ihre Mitbürger.

Die Bundeskanzlerin hat nach dem Gespräch mit den Ministerpräsidenten/-innen der Länder am vergangenen Sonntag – Abend die richtigen Worte gefunden. Die praktische Kernaussage ist: Bleiben Sie möglichst zuhause und halten Sie Abstand. Vermeiden Sie körperlichen Kontakt.

Zuständig für das Corona-Krisenmanagement ist der Landkreis Mayen – Koblenz mit Herrn Landrat Dr. Saftig an der Spitze. Dr. Saftig  macht mit seinen Mitarbeitern eine sehr gute und überlegte Arbeit. Der Landrat führt die Vorgaben aus, die aus Mainz kommen, und wir sind das letzte Glied in dieser Kommando-Kette.

Dank an das Marienhaus–Klinikum! Seit dem 23. März funktioniert die orthopädische Fachklinik mit 28 Betten als Spezialklinik für Corona-Erkrankte, vier dieser Betten sind Intensivbetten. Der orthopädische Bereich wurde in einer großen Kraftanstrengung kurzfristig nach Neuwied verlegt.

Sie können sich darauf verlassen, dass Ihr Bürgermeister und sämtliche Mitarbeiter der Stadtverwaltung das Menschenmögliche tun, um die Versorgung unserer Stadt mit Dienstleistungen sicherzustellen und gleichzeitig die erforderlichen Schutzmaßnahmen einzuhalten.

Was bedeutet das ganz praktisch? 

1.    In den Kitas haben wir Notgruppen eingerichtet.

2.    Wir haben in den Verwaltungs-Bereichen einen Schichtdienst eingerichtet, wo dies möglich ist. Wir wollen damit vermeiden, dass beim Auftreten einer Infektion viele Kontaktpersonen in Quarantäne müssen. Der Betrieb muss so gut wie möglich weiterlaufen.

3.    Bei den Stadtwerken z.B. bestehen zwei Trupps mit eigenem Fahrzeug, damit im Notfall im Schichtdienst Wasserrohrbrüche reparieren können. Ein direkter körperlicher Kontakt zwischen den Trupps wird vermieden.

4.    Der Bürgermeister und die Fachbereichsleiter sind darauf vorbereitet, sich in Quarantäne begeben zu müssen. In diesem Fall kann der Betroffene von zuhause aus an seinem Laptop arbeiten und telefonieren und damit seine Führungsaufgaben wahrnehmen.

5.    Die Rathäuser sind geschlossen. Die Mitarbeiter im Innern arbeiten. Bitte verschieben Sie jede Erledigung auf später. Bei besonders dringenden Fällen, nehmen Sie bitte telefonisch oder per E-Mail Kontakt auf.

6.    Zum Schutz der Mitarbeiter ist bis auf weiteres jede dienstliche Besprechung außer Haus und jede Teilnahme an Fortbildungen untersagt.

7.    Alle städtischen Veranstaltungen sind abgesagt. Ziel ist immer: Kontakte möglichst vermeiden. Der Wochenmarkt findet als Versorgungsangebot für den täglichen Bedarf weiterhin statt - unter Berücksichtigung der aktuellen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. 

8.    Hochzeiten: Bitte verschieben Sie dieses wunderschöne Ereignis, wenn es irgendwie geht. Bei der Trauzeremonie sind in Bendorf nur die unbedingt erforderlichen Personen zur Teilnahme zugelassen: Der Standesbeamte, das Brautpaar, zwei Trauzeugen, ggfs. ein Dolmetscher.

9.    Bestattungen: In den Friedhofskapellen ist die Teilnehmerzahl auf die Anzahl von Personen beschränkt, die in jeder Richtung 2 Meter Abstand wahren können, maximal 10 Personen. Außerhalb der Friedhofskapellen besteht eine Begrenzung auf 15 Personen.

Die ehrenamtlich tätigen Ratsmitglieder tragen eine besondere Verantwortung für sich, ihre Gesundheit und das Wohl der Stadt.

Alle Sitzungen mit Themen, deren Erledigung nicht dringend erforderlich ist, habe ich abgesagt, werde ich absagen, verlegen oder zur Zeit nicht anberaumen. Sitzungen mit Themen, deren Erledigung dringend erforderlich ist, werde ich zum Wohle der Stadt und um Schaden von ihr abzuwenden einberufen. Dabei werden selbstverständlich die Schutzvorgaben eingehalten.

Zu den dringenden und nicht aufschiebbaren Themen gehört die Verabschiedung des Haushalts für das Kalenderjahr 2020. Der vom Stadtrat gegen den Rat des Bürgermeisters verabschiedete Haushalt wurde von der Kommunalaufsicht nicht genehmigt. Ohne Haushalt keine Projekte und kein Fortschritt in der Stadt. Der Haushalt muss noch einmal beraten werden. Natürlich werde ich als Bürgermeister alles daran setzen, dass ein genehmigungsfähiger Haushalt zustande kommt. Ohne eine verantwortungsbewusste Mehrheit im Rat wird dies nur schwerlich gelingen.

Wie geht es mit den Projekten und der Entwicklung der Stadt Bendorf in Corona-Zeiten weiter? Wir fahren auf Sicht – Woche für Woche. Und wir machen das Beste aus allem – mit Herzblut und mit Vernunft. Bitte helfen Sie dort mit, wo Sie sich ohne gesundheitliche Gefährdung einbringen können.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auch ich vermisse den engen Kontakt mit meiner Großfamilie und meinen Freunden. Mir geht es im privaten Bereich genauso wie den meisten von Ihnen. Auch ich habe den geplanten Urlaub für die zweite Maihälfte abgesagt. Lassen Sie uns vernünftig sein, lassen Sie uns diszipliniert sein. Lassen Sie uns gut zueinander sein – durch Abstand, Hilfsbereitschaft und Anstand.

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

Michael Kessler

Bürgermeister

 

Bendorf am 23. März 2020


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